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Pflanztermin Schützenwald

Der neue Schützen- und Brauchtumswald ist zu 80 Prozent gefüllt.
Dafür spendeten 52 Schützenzüge, Musiker und Vereine Geld.
Von Daniela Buschkamp

Gestern Nachmittag heulten Windböen durch den Grevenbroicher Forst - und erinnerten an den verheerenden Pfingststurm "Ela", dessen Spuren dort noch immer zu sehen sind. Eine dieser Lücken schlossen jetzt 50 Vereine und Schützenzüge aus dem gesamten Stadtgebiet im "Schützen- und Brauchtumswald": Sie sammelten mehr als 8000 Euro für neue Schwarznuss-, Urwald- und Riesenmammutbäume.

Der jüngste Helfer war Jonas Kames, der Großvater Heinz Rodrigo vom BSV-Jägerzug "St.Hubertus" begleitet: Wetterfest mit Gummistiefeln und Regenjacke, half der Elfjährige beim Pflanzen. "Wir wollen gemeinsam etwas tun, damit unser Wald wieder schön wird", sagt Großvater Rodrigo (69).
Pflanztermin SchützenwaldUnweit des Forsthofes liegt die 6000 Quadratmeter große Fläche des neuen "Schützen- und Brauchtumswaldes". BSV-Schütze Bernhard Oberbach vom Grevenbroicher Jägerzug "De Höösche" hatte die Idee, Schützen und Vereine als Finanziers für ein eigenes Waldstück zu gewinnen. Denn Pfingststurm "Ela" hatte auch im Grevenbroicher Forst eine Schneise der Zerstörung geschlagen. In der Vorwoche hatten Grevenbroicher bereits die ersten Bäume gepflanzt, am Tiergehege waren zudem neue Spielgeräte aufgestellt worden.
Oberbachs Zugkamerad Hans Haas konnte gestern auf einen dicht beschriebenen Spendenzettel verweisen: "Neben 33 Vereinen vom BSV Grevenbroich waren zwei Musikkapellen, fünf Züge aus dem BSV Gustorf sowie jeweils zwei aus Kapellen, Hemmerden, der Südstadt, Elsen, Orken, Noithausen und Elfgen dabei." Auch Schützen-Präsident Dr. Peter Cremerius sowie das amtierenden Königspaar Victor und Henriette Göbbels hatten Geld gespendet. Die größte Einzelsumme stammte vom Jägerzug "Erftboschte", dicht gefolgt vom Verein "Kulturbande". Dessen Vorsitzender Mathias Istas erläuterte die Motivation: "Wir organisieren nun schon seit 30 Jahren die Altweiberparty in der Alten Feuerwache, spenden das Geld etwa für den Jugendtreff St. Josef oder für das Café Kultus." Solche Treffpunkte für Jugendliche seien unverzichtbar. Mit der finanziellen und aktiven Beteiligung an der Pflanzaktion habe man ebenfalls etwas für die Grevenbroicher Bevölkerung tun wollen.
Holger Holzgräber, Mitglied des Marinezuges "Klaubautermann" und der Ortsgruppe der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald", war begeistert von der Unterstützung der Vereine: "Ein tolles Engagement für unseren Wald. Vielleicht reicht es noch über die heutige Aktion hinaus, wenn Schützenzüge etwa zu Jubiläen oder anderen besonderen Anlässen spenden."
Platz genug gibt es noch im Schützenwald: "Die Fläche ist zu 80 Prozent bepflanzt", erläutert Stadtförster Frank Wadenpohl. Rund 140 neue Bäume konnten bisher gekauft werden. Weitere 50 könnten noch gesetzt werden. Bei der Auswahl habe man besonders auf Standfestigkeit geachtet, denn: "Die Baumschäden wurden durch die umstürzenden, überalten Pappeln verursacht", so Wadenpohl.
Für die meisten Pflanzer sind die Mammutbäume einen Zukunftsprojekt - einzig Jonas Kames dürfte sie in beeindruckender Größe erleben. Denn bis sie 50 Meter groß sind, vergehen 50 Jahre.

 Quelle: NGZ

 

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